Alle eingereichten Projekte

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Sauerbruch Hutton Gesellschaft von Architekten
Lacaton & Vassal Architectes 2. Platz
Lacaton & Vassal Architectes
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Buchner Bründler Architekten
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Edelaar Mosayebi Inderbitzin Architekten
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Holzer Kobler Architekturen
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Meili, Peter & Partner Architekten
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spillmann echsle architekten
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Staufer & Hasler Architekten
Projektentscheid

Der Prozess

Gesucht waren zwei Projektansätze: mit und ohne Erhalt der Tonhalle Maag.

Wichtige Rahmenbedingungen:

  • Sonderbauvorschriften Maag Areal Plus
  • Denkmalpflege (inventarisiertes Gebäude K an der Zahnradstrasse 22)
  • Einhaltung der Lärmgrenzwerte
  • Erschliessung und Parkierung
  • Weiterbetrieb Anschlussgleis für Gütertransporte

Leitgedanken von Swiss Prime Site:

  • Diversifizierung der Nutzung: Wohnungen, Büros, Kultur, Gastronomie
  • Belebung des Areals: publikumsintensive Erdgeschossnutzungen und bessere Nutzungsverteilung über den Tages-, Wochen und Jahresverlauf
  • Verbesserung der Aufenthaltsqualität: vielfältiges Angebot an Aussen- und Freiräumen

Beurteilungsgremium Studienauftrag:

  • Dietmar Eberle, Architekt TH, Baumschlager Eberle Architekten, Lustenau, Prof. ETH (Vorsitz)
  • Mike Guyer, Architekt, GIGON / GUYER Architekten, Zürich, Prof. ETH
  • An Fonteyne, Architektin, noAarchitecten, Brüssel, Prof. ETH
  • Lukas Schweingruber, Landschaftsarchitekt BSLA, Studio Vulkan, Zürich
  • Peter Lehmann, CEO, Swiss Prime Site Immobilien AG, Zürich
  • Urs Baumann, CIO, Swiss Prime Site Immobilien AG, Zürich
  • Johanna Gerum, Development, Swiss Prime Site Immobilien AG, Zürich

Empfehlungen der Jury zur Weiterbearbeitung ohne Erhalt der Tonhalle Maag: Sauerbruch Hutton, Berlin:
«Durch die Reduktion der Neubauten auf einen freistehenden Turm und einen Hallenbau als Ersatz der bestehenden Tonhalle spielt das Projekt weite Teile der verfügbaren Parzellenfläche frei. Dadurch entstehen hochwertige, stark durchgrünte Aussenräume für die Öffentlichkeit. Mit dem vorgeschlagenen Turm, dem Kulturbau und den qualitätvollen Aussenräumen schafft das Projekt die Voraussetzungen für eine Neuausrichtung des Teilgebiets 2 mit deutlicher Aufwertung der Aussenräume im gesamten Maag Areal.»

Empfehlung der Jury zur Weiterbearbeitung mit Erhalt Tonhalle: Lacaton & Vassal Architectes, Paris:
«Das Projekt überzeugt in architektonischer Sicht sowie durch seine stringente Haltung in Bezug auf den Umgang mit dem Bestand. Das Projekt könnte mit dem vollständigen Erhalt des Bestandes und seines ausserordentlichen Nutzungsmixes sowie den innovativen Aufbauten zu einem Modellfall für die Stadt Zürich werden, welcher aufzeigt, wie im Zuge der Verdichtung und der damit einhergehenden Gentrifizierung informell entstandene, gesellschaftlich wichtige Nutzungsbiotope erhalten und weiterentwickelt werden können.»

Die Arbeit der Jury endete mit dem Abschluss des Studienauftrags im August 2020.

Thematische Empfehlungen der Jury für die Weiterbearbeitung mit Erhalt der Tonhalle Maag:

  • Klären Um-/Ausbaumöglichkeiten Bestandshallen mit der Stadt Zürich
  • Klären Bewilligungsfähigkeit: Doppelfassade als Lärmschutz beim Wohnen; vorgeschlagene Ergänzung der Fundation im Grundwasser
  • Klären Marktfähigkeit gesamter Hallenbestand, Nutzungsszenarien
  • Machbarkeit Abfahrt Einstellhalle in zukünftiger Lage Maschinenstrasse
  • Verbesserung Mikroklima: Aussenraumgestaltung, Gebäudebegrünung, Energiegewinnung am Gebäude

Thematische Empfehlungen der Jury für die Weiterbearbeitung ohne Erhalt der Tonhalle Maag:

  • Schärfen architektonische Gestaltung Hochhaus in Varianten, u.a. Ergänzung Aussenräume (vor allem für Wohnen)
  • Prüfung Energiegewinnung am Gebäude
  • Nachweis Umsetzbarkeit Aussenraumgestaltung
  • Erhärten Nutzungsszenarien Kulturhaus
  • Um die Qualität der Weiterbearbeitung der beiden empfohlenen Projekte zu sichern, wurde dieser Prozess vom Jury-Mitglied Mike Guyer begleitet.
  • Ziele der Weiterbearbeitung: Von der Jury empfohlenen Punkte vertiefen; baurechtlich relevante Themen mit den Behörden klären; Umsetzbarkeit der Nutzungskonzepte für die Kulturflächen plausibilisieren.
  • Prozess: Runde Tische mit Fachstellen der Stadt Zürich; bilaterale Abklärungen mit den Ämtern zur Klärung spezifischer Fragen.
  • Prüfung der Kulturnutzungskonzepte durch MCH Global vor dem Hintergrund allgemeiner Trends und bestehenden Veranstaltungsflächen.
  • Die Bestandshallen werden an zwei Stellen mit darüber liegenden Neubauten ergänzt.
  • Die auf Strassenniveau verbleibenden Aussenräume haben kaum Potenzial, starke Öffentlichkeitsmagnete zu werden.
  • Der begrenzte Beitrag zur Hitzeminderung in Zürich West wird durch einen öffentlich zugänglichen Dachgarten auf den Hallen verbessert.
  • In der heutigen Tonhalle Maag wird die Holzbox entfernt und in der sanierten Hülle eine Markthalle vorgeschlagen.
  • Die Marktfähigkeit des grossflächigen Kulturangebots in der Maag-Halle erscheint nur bedingt realisierbar.
  • Die Veranstaltungen in den Hallen bringen nur eine begrenzte Belebung des öffentlichen Raums.
  • Behördliche Abklärungen zum vorgeschlagenen Erhalt der Bestandshallen zeigten eine schwerwiegende baurechtliche Problematik auf: Die Hallen sind «stark baurechtswidrig» (Amt für Baubewilligungen).
  • Das Projekt überzeugt mit dem baumbestandenen Quartierplatz als zentralem Ort.
  • Der architektonische Ausdruck des Wohnturms ist gereift.
  • Die privaten Loggien der Wohnungen werden durch einen Dachgarten ergänzt.
  • Kulturhaus: Die Markthalle mit Galerie und Zusatzpotenzial als Veranstaltungsort hat sich zu einem charakterstarken Raum entwickelt, der sich grosszügig zum Quartierplatz hin öffnet.
  • Die sorgfältig kuratierte Nutzungsmischung hat das Potenzial, die Öffentlichkeit in die Gebäude zu ziehen und aus dem Quartierplatz und den öffentlichen Erdgeschossnutzungen einen Hotspot zu machen, der das Quartier belebt.
  • Die grosse Nutzungsflexibilität stellt die Marktfähigkeit des Areals auch langfristig sicher.
  • Das Projekt ist bewilligungsfähig.
  • Für den abschliessenden Entscheid bezieht Swiss Prime Site nicht nur die vorwiegend architektonischen und städtebaulichen Einschätzungen der Jury aus dem Studienauftrag ein, sondern auch Kriterien wie die Nutzungsflexibilität und die Bewilligungsfähigkeit.
  • Der Verwaltungsrat der Swiss Prime Site entscheidet sich für Sauerbruch Hutton.
  • Das Projekt überzeugt in jeder Hinsicht, löst in der überarbeiteten Form alle im Studienauftrag gemachten Versprechen ein und realisiert die damals erkannten Potenziale.
  • Das Projekt von Sauerbruch Hutton entspricht der ursprünglichen Idee und dem Geist der Sonderbauvorschriften Maag Areal plus.
  • Das Projekt von Lacaton & Vassal kommt aufgrund gravierender Vorbehalte zur Bewilligungsfähigkeit nicht in Frage.